Thermografie?

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Thermografie bzw. Wärmebildtechnik ist ein abbildendes Verfahren, das die für das menschliche Auge unsichtbare Wärmestrahlung eines Objektes oder Körpers sichtbar macht.

Bei dem Verfahren der Thermografie wird in einem Bereich des elektromagnetischen Spektrums oberhalb des roten Lichtes gearbeit, also im Infraroten. Im Gegensatz zur Infrarotfotografie jedoch in einem Bereich, der für herkömmliche optische Gläser nicht mehr durchlässig ist. Die Erdatmosphäre lässt nur zwei Teilbereiche des Spektrums für die Thermografie durch: Das thermische Infrarot umfasst den Spektralbereich von 8 bis 12,5 µm Wellenlänge, das Mittelwelleninfrarot den Bereich von ca. 3,5 bis 5 µm:

Spektrum

Die Infrarotfotografie im nahen Infrarot umfasst dagegen den Bereich von 700 bis ca. 800 nm bzw. 0,7 bis 0,8 µm. Oberhalb des nahen Infrarots sind optische Gläser für elektromagnetische Strahlung nicht mehr durchlässig. Ebenso versagen chemische Filmmaterialien, sodass für das mittlere und thermische Infrarot auf Materialien wie Halbleiter oder Kristalle als Linsen zurückgegriffen werden muss, kombiniert mit digitalen Sensoren zur Aufzeichnung.

Mit Hilfe solcher Spezialkameras lassen sich dann Wellenlängen im mittleren bzw. thermischen Infrarot aufzeichnen, die Intensität der Strahlung wird auf den Bildern in unterschiedlichen Farben wiedergegeben. Die Hauptanwendung der Thermografie liegt in den Bereichen Haustechnik, der Bauphysik und der Wärmedämmung von Gebäuden. Mit Hilfe der Thermografie lassen sich Temperaturmessungen flächenförmig erfassen und darstellen. Diese Bilder haben mitunter einen faszinierenden Charakter. Dennoch möchte ich sie nicht mit den Fotografien des nahen Infrarot vergleichen, die für mich eine starke künstlerische Ausstrahlung besitzen.

Interessanterweise haben beide Techniken völlig unterschiedliche Anforderungen: Während die Infrarotfotografie kräftigen Sonnenschein erfordert und das Spektrum des nahen Infrarot in der Atmosphäre kaum gebrochen wird, erwünscht sich der Thermograf eine geschlossene Wolkendecke, um störende Effekte der Sonne zu unterbinden. Die thermische Strahlung wird in den Luftschichten durch die Erwärmung der Luft reduziert und zudem auch an den Luftmolekülen gestreut, sodass Landschaftaufnahmen der Thermografie wiederum starken dunstigen Einflüssen unterliegen.

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